jannine koch

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Vertiefungen

In ihrer Einzelausstellung bei Proust in Essen zeigt Jannine Koch neben Malereien vor allem Radierungen, die aus der Beschäftigung mit insektoiden Zwitterwesen, den sogenannten „Kerbtieren“ entstanden: Darunter The Mechanical Bug  (Farbradierung), „Im Getriebe“ (Farbradierung), „Räderwerk“ (Farbradierung mit Überrollung) und „Camouflage“ (Farbradierung mit Irisüberrollung).

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27. November - 28. Dezember 2021

 

RADIO GROSSHEIM hat einen PODCAST über mich veröffentlicht 

Ihr wollt mehr über mich erfahren und zwar von mir selbst eingesprochen? Dann klickt oben auf den Link und ihr gelangt zu Radio Grossheim. Radio Grossheim sind zwei Brüder, die auf dem Gelände von Zeche Consol in Gelsenkirchen-Bismarck sitzen und auf Podcasts spezialisiert sind. Sie haben mich zu einem Gespräch eingeladen und haben daraus anschließend einen kurzweiligen Podcast geschnitten.

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OB Art. Kunst in den Räumen der Gelsenkirchener Oberbürgermeisterin

Oberbürgermeisterin Karin Welge möchte der lokalen Szene der bildenden Kunst ein Forum bieten und lässt Arbeiten von Gelsenkirchener Künstlerinnen und Künstlern für jeweils sechs Monate in ihrem Dienstzimmer sowie im angrenzenden Warte- und Flurbereich im Hans-Sachs-Haus ausstellen. Für den Zeitraum von November 2021 - Mai 2022 sind Malereien und Druckgrafiken von Jannine Koch ausgewählt worden.

05. November 2021 - 01. April 2022 // Hans-Sachs-Haus, Gelsenkirchen

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Filmische Dokumentation // Ausstellung STATUS QUO // 2021

Einführung zur Ausstellung

Künstlergespräch

Landkarten, Stadtpläne, Radarbilder und Satellitenfotos üben eine große Faszination auf Jannine Koch aus. Die Draufsicht, der von oben auf die Dinge gerichtete Blick, der Naheliegendes erst sichtbar macht und neue Perspektiven auf Vertrautes ermöglicht, bietet der Künstlerin vielfältige Anknüpfungspunkte für ihre Arbeiten. Versatzstücke aus kartographischen Darstellungen oder Bilder aus dem Bereich der Überwachungstechnologie finden immer wieder Eingang in die Malerei und die Grafik der Absolventin der Leipziger Hochschule für Grafik und Buchkunst.

Im Werk von Jannine Koch stehen Malerei und Druckgrafik gleichberechtigt nebeneinander. Auch wenn es zu thematischen oder formalen Überschneidungen kommt, verfolgt die Künstlerin beide Stränge weitgehend unabhängig voneinander. In den Gemälden stehen vielfach (tages-)politische und gesellschaftsrelevante Themen wie digitale Kriegsführung, Cyber-Spionage oder die Veränderung von Lebensräumen im Vordergrund. In den Bildgrund eingefügte Schriftzüge, Zahlencodes oder Schaltpläne verweisen auf die beständig fortschreitende Technisierung und Digitalisierung unserer Lebenswelt. Die grafischen Arbeiten hingegen tragen ihren Inhalt wesentlich subtiler vor. Mit präzisen Linien und Formen scheint Jannine Koch ihre Umwelt regelrecht zu sezieren. Hierfür kombiniert sie kartographische Elemente mit der faszinierenden Welt der Insekten, woraus die sogenannten „Kerbtiere“ , Zwitterwesen aus Natur und Technik, entstehen. Diese werden wie in der Schauvitrine eines Insektenforschers in Rückenansicht wiedergegeben. Durch den Blick aus der Vogelperspektive deckt Jannine Koch unerwartete formale Analogien zwischen diesen sehr unterschiedlichen Themenfeldern auf.

Der stark segmentierte Körperbau der Panzertiere findet in den Raumfolgen der an einer zentralen Mittelachse gespiegelten Architekturentwürfe eine Entsprechung. Kopfkapseln, Greifwerkzeuge und Chitin-Panzer der Insekten entwickeln sich wie selbstverständlich aus den Planzeichnungen mittelalterlicher Festungsanlagen, barocker Kirchenschiffe oder klassizistischer Herrenhäuser. Während in der reduzierten Farbigkeit der Radierungen die einzelnen Elemente wie in einem biologischen Kompendium scharf umrissen und deutlich voneinander geschieden sind, verschmelzen die Bildebenen auf den Gemälden durch die Leuchtkraft der Eitempera-Malerei zu geheimnisvollen, technoid anmutenden Mischwesen.

Die in der Ausstellung „Status Quo“ versammelten Arbeiten aus unterschiedlichen Werkphasen ermöglichen einen umfassenden Einblick in das Schaffen der letzten Jahre.

Text und Kuratur: Simone Scholten_ Kunsthistorikerin, Essen

28. Mai 2021 - 26. Juni 2021 // Kunstverein Duisburg